Kreativtechniken kurz vorgestellt – Teil 3

Different eyes see different things.

Der Mensch hat viele großartige Eigenschaften, die ihn zu einem begnadeten Erfinder machen. Eigenschaften, wie sich in andere Rollen hineinversetzen zu können oder sein Gehirn in Alarmbereitschaft zu versetzen. Dies sind nur zwei Beispiele, die helfen den Erfindergeist in uns zu wecken und zu einer ergebnisreichen Entfaltung bringen. Damit auch Sie ihren großartigen Eigenschaften bewusst werden und den begnadeten Erfindergeist in sich wecken, stellen wir Ihnen diese Woche, in Anlehnung an das Buch („Das Buch für Ideensucher“), drei Kreativtechniken vor.

Unser Beitrag zum Jahreswechsel an Sie, sodass Sie auch über die Feiertage mit frischen Denkanstößen, Inspiration und Impulsen umsorgt sind. Sodass Ihnen die kreativen Ideen für letzte Weihnachtsbesorgungen/-geschenke nicht ausgehen oder Sie bereits an der Formulierung Ihrer Neujahrsvorsätze 2021 feilen. Viel Spaß beim Kreativ sein! 😉

Sehen Sie die Aufgabe mit anderen Augen!

Aufgabenstellungen und Probleme mit anderen Augen zu sehen, eröffnen nicht nur gedanklich neue Räume, sondern bringen auch kreative Frische in ein Vorhaben. Seien Sie mutig, versetzen Sie sich in eine andere Person oder einen Gegenstand und sehen Sie die Aufgabe/ Problemstellung mit anderen Augen. Lassen Sie sich überraschen und entdecken Sie noch nie dagewesene Sichtweisen. Um Ihnen den Start ein wenig zu erleichtern, haben wir Ihnen untenstehend ein paar Beispiele für solche „Andere-Perspektiven“ angeführt. Wichtig: setzen Sie sich vorab mit den einzelnen Sichtweisen auseinander und wissen Sie um die jeweilige Referenz-Person Bescheid (Grundwerte, Gedanken, Beruf, Absichten etc.).

  • Nichtkreativen-Sicht: welchen Vorschlag macht ein „Nichtkreativer“?
  • Idol-Sicht: was würde Ihr Idol (bspw. Steve Jobs) tun?
  • Zielgruppen-Sicht: was denkt Ihre Zielgruppe?
  • Produkt-Sicht: was sagt das Produkt selbst zur Problemstellung?
  • Autraggeber-Sicht: welche Sichtweisen bringt Ihr Auftraggeber ein?
  • Konkurrenz-Sicht: mit welcher Idee würde die Konkurrenz vor Neid erstarren lassen?

Tipp vom Kreati(f)direktor: um sich noch besser in eine „Andere-Perspektive“ hineinversetzen zu können, begeben Sie sich in das dementsprechende Umfeld. Schaffen Sie bspw. ein möglichst steriles Umfeld, um in die „Nichtkreativen“-Perspektive zu schlüpfen oder begeben Sie sich an einen Ort, wo normalerweise Ihre Zielgruppe anzutreffen ist.

Benötigte Materialien: Pinnwand, Post-its & Stifte

Zeitaufwand: 30 – 45 Minuten

Seien Sie Träumer, Realist und Kritiker!

Die Weiterentwicklung der Andere-Perspektive Technik geht auf ihren Namensgeber „Walt-Disney“ zurück. Es wird behauptet, dass sich Disney bei der Lösung eines Problems stets in unterschiedliche Blickwinkel hineinversetzte – einen Träumer, einen Realisten und einen Kritiker. Vorteil: dadurch werden nicht nur Ideen generiert, sondern man klopft diese gleichzeitig auf ihre Umsetzbarkeit und mögliche Probleme bzw. Fehlerquellen ab. Vier Personen bearbeiten gemeinsam eine Aufgabe gemeinsam und nehmen dabei unterschiedliche Rollen ein:

  • Träumer: enthusiastisch und fantasiereich liefert er Visionen, Gedanken und Ideen.
  • Realist: praktisch und lösungsorientiert, prüft er die mögliche Ideen-Umsetzbarkeit.
  • Kritiker: ehrlich und konstruktiv weißt er auf potentielle Probleme und Fehlerquellen hin.
  • Beobachter: neutral und pflichtbewusst moderiert er den Ideenfindungs-Prozess.

Alternativ kann die Kreativtechnik auch alleine durchgeführt werden (eigenständiger Wechsel zwischen den Rollen).

Tipp vom Kreati(f)direktor: Ein Stuhlkreis sorgt für eine lebendige Diskussion zwischen den Personen. Eine zusätzliche fünfte Person mit Flipchart hält sich im Hintergrund und dokumentiert den Ergbnis-Output in Schlagworten mit.

Benötigte Materialien: 4-5 Teilnehmende, Stühle, Flipchart & Stifte

Zeitaufwand: 20 – 30 Minuten je Runde

Los, los, los!

Wie der Name schon verrät, basiert diese Kreativtechnik, auf dem Grundgedanken, unter selbst erzeugtem Zeitdruck, schnellstmöglich gute Lösungen zu erarbeiten. Dabei wird eine Aufgabenstellung in einer Kleingruppe (3-5 Personen) bearbeitet. Nach einem kurzen Briefing geht es auch schon direkt ans TUN. Denn die Zeitvorgabe von max. 60 Minuten muss zwingend eingehalten werden! Es entsteht eine Art High-Speed Brainstorming, in dem so viele Ideen wie möglich gesponnen, kritisch diskutiert und weiterentwickelt werden. Und das Beste: durch den „Alarmzustand“ in unserem Gehirn ist man wach, aufmerksam und konzentriert. Mit einem Wort: leistungsfähig – beste Voraussetzungen für gute Ideen. (Zwinkern)

Tipp vom Kreati(f)direktor: Die Aufgabenstellung muss so formuliert sein, dass sich möglichst jedes einzelne Gruppenmitglied angesprochen fühlt. Nur so kann eine gemeinsame und positive „Wir sitzen alle im selben Boot“-Stimmung entstehen und das Problem direkt am Schopf gepackt werden. Zudem werden alle Ideen stichwortartig mitnotiert und zum Abschluss nochmals kritisch in der Gruppe besprochen.

Benötigte Materialien: 3-5 Teilnehmende, Flipchart & Stifte

Zeitaufwand: max. 60 Minuten

Über den Autor:

Florian Staudacher ist Kreativdirektor bei (f)acts und seit 10 Jahren Mitglied der (f)amilie. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern, einem Kater und zwei Hasen im Allgäu. Der glühende Fußballfan und BVB-Anhänger holt sich in seiner freien Zeit Inspiration mit seiner Familie in der Natur, entspannt bei der Gartenarbeit oder widmet sich seiner zweiten Leidenschaft, dem Handballsport.

Fotocredits: Fedorovacz; ilikeyellow; LightField Studios; Min C. Chiu/Shutterstock

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