Kreativtechniken kurz vorgestellt – Teil 1

Die Macht der Gewohnheit ist der Feind der Kreativität.

Wer kennt es nicht? Man geht voller Tatendrang an eine neue Aufgabe… „nur“ die zündende Idee fehlt, um so richtig durchstarten zu können. Man grübelt vor sich hin… doch die vermeintlich richtig gute Idee lässt einen einfach eiskalt – ohne mit der Wimper zu zucken – im Regen stehen. Während gewiefte Ideen manchmal wie in Windeseile herbeifliegen und man eine Eingebung nach der anderen einfährt, scheint es, als wäre man andere Male zum Abwarten und Tee trinken verbannt. Stimmt so aber nicht ganz! (Zwinkern)

Als Kreativwerkstatt kennen wir das nur zu gut, wie schwierig es von Zeit zu Zeit sein kann, gewiefte Ideen zu haben. Kreativarbeit ist richtig arbeitsintensiv und benötigt ab und an eine Extrameile. Meistens setzt das Gehirn das kreative Leistungsvermögen genau dann in Gang, wenn man sich nicht am Schreibtisch befindet – sondern beispielsweise unter der Dusche, bei einem Spaziergang in der Natur oder bei bei der Gartenarbeit. Die eigenen Gewohnheiten zu durchbrechen und unterschiedliche Herangehensweisen fördern das kreative Denken unheimlich. Aus unserem täglichen Geschäft wissen wir genau, dass viele verschiedene Wege ans Ziel führen können und mit einer gewissen Abwechslung brillante Ideen in kürzester Zeit reifen können.

Damit auch Sie in kürzester Zeit richtig gute Ideen entwickeln und zwischen diversen Techniken abwechseln können, werden wir Ihnen in unserer brandneuen Rubrik „Kreati(f)“ diverse Kreativtechniken vorstellen, die sich in unserem täglichen Geschäft bewährt haben. In Anlehnung an „Das Buch für Ideensucher“ wollen wir neue Denkanstöße, Inspiration und Impulse für kreatives Arbeiten geben! Ihr werdet sehen – jeder kann gwiefte, kreative Ideen haben!

Viel Spaß beim Kreativ sein! (Zwinkern)

Schlagzeilen-Technik

Ist die Idee spektakulär genug?

Die Medien ächzten nach aufsehenerregenden Ideen und Geschichten – nur fesselnde Schlagzeilen bleiben den Lesern nachhaltig im Kopf hängen. Diesen Gedankengang nimmt sich auch die Schlagzeilen-Technik zu Herzen.

Überlegen Sie sich kreative Ideen bzw. Geschichten in Form von Schlagzeilen. Ist Ihre Idee so spektakulär und interessant, dass die Presse darüber berichten würde? Sie sind sich nicht sicher? Fragen Sie ganz einfach Ihre Kollgen, ob sie eine Zeitung mit Ihrer Schlagzeile kaufen würden. Sofern Sie enthusiastische Leser finden, befinden Sie sich auf einem guten Weg! (Zwinkern)

Tipp vom Kreati(f)direktor: Schlagzeilen in alten Zeitschriften und Magazinen (Genre-unabhängig) regen Ihre Kreativität an. Bewaffnet mit Schere und Klebstift basteln Sie im Handumdrehen klingende Schlagzeilen, und somit auch zündende Ideen, auf einem Flipchart zusammen! (Zwinkern)

Benötigte Materialien: alte Zeitschriften und Magazine, Klebstift, Schere, Flipchart, eine Gruppe „kritischer Leser“

Zeitaufwand: 10-40 Minuten

Was wäre, wenn …-Technik

Entwickeln Sie eine andere Realität!

Kreative Ideen spiegeln nicht immer den aktuellen Status Quo wider – vielmehr beschreiben sie eine alternative Realität, die durch Fantasie geschaffen wurde. Eine Welt, die speziell für eine bestimmte Idee geschaffen wurde. Denn gedanklich ist auch das vermeintlich Unmögliche möglich.

Durch zwei Phrasen können Sie Ihre gedankliche Fantasie anregen und noch kreativere Ideen schmieden. Mit „Es wäre schön, wenn …“ bewegen Sie sich auf eine gedankliche Realität zu, die den Status Quo positiv verändert. Mit der Phrase „Was wäre, wenn …“ entfaltet sich Ihre Kreativität noch besser! Überlegen Sie sich im Anschluss, was man am Status Quo ändern müsste, um den kreativen Gedanken in die Realität umzusetzen. Halten Sie diese auf Papier fest – Sie werden sehen, dass Sie Ihrer Idee einen großen Schritt näher gekommen sind! (Zwinkern)

Tipp vom Kreati(f)direktor: Machen Sie sich Dinge bewusst (auch alltägliche), die Sie verbessert haben wollen! Beispiel: Es wäre schön, wenn es für den Weihnachtsbaum einen Ständer gäbe, der den Baum automatisch waagrecht ausrichtet. ODER: Was wäre, wenn ich mit meiner Uhr bezahlen könnte?

Benötigte Materialien: Stift und Papier

Zeitaufwand: 5-10 Minuten

Schreibfluss-Technik

Schreiben Sie, was Sie denken!

Wer kennt es nicht – man hat viele Gedanken im Kopf, aber bringt sie nicht auf’s Papier. Die Schreibfluss-Technik bringt Abhilfe: schreiben Sie die Idee hemmungslos auf, sobald sie Sie ereilt. Egal ob die Idee gut oder schlecht ist. Assozieren Sie Probleme, experimentieren Sie mit Lösungen, denken Sie über Rahmenbedingungen nach – machen Sie was Sie wollen, aber hören Sie nicht auf zu schreiben!

Diese Technik hilft Ihnen zügig anzufangen und Platz in Ihrem Kopf für neue Ideen zu machen! (Zwinkern) In einem zweiten Schritt können Sie das Geschriebene kritisch untersuchen bzw. eine Struktur in Ihre Gedankengänge bringen.

Tipp vom Kreati(f)direktor: Nehmen Sie mal bewusst Stift und Papier (oder noch besser: Schreibfeder samt Tintenfass und Notizblock im Vintage-Style) zu Hand, anstatt wie üblich Ihre Gedanken in die PC-Tastatur zu tippen. Lassen Sie die Gedanken ruhig auch einmal abschweifen, um wenig später entspannt und mit frischen Ideen zum Thema zurückzukommen.

Benötigte Materialien: Stift und Papier (oder noch besser: Schreibfeder samt Tintenfass und Notizblock im Vintage-Style)

Zeitaufwand: 10-15 Minuten  

Über den Autor:

Florian Staudacher ist Kreativdirektor bei (f)acts und seit 10 Jahren Mitglied der (f)amilie. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern, einem Kater und zwei Hasen im Allgäu. Der glühende Fußballfan und BVB-Anhänger holt sich in seiner freien Zeit Inspiration mit seiner Familie in der Natur, entspannt bei der Gartenarbeit oder widmet sich seiner zweiten Leidenschaft, dem Handballsport.

Fotocredits: Livefocus; Lenscap Photography; Studiovin; BrAr82/Shutterstock

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