5 (f)ragen an … Arno Sousa

Kultur ist ein wichtiger Motor unserer Gesellschaft zur Erreichung von Gemeinschaftlichkeit und Zusammenhalt. Gerade in Corona-Zeiten ist es daher wichtig, einen öffentlichen Kulturbetrieb wieder zu ermöglichen. Deshalb fand vergangenen Freitag auf dem Roncalliplatz in Köln eine Demonstration unter dem Motto „Veranstaltungen sind möglich!“ statt. Hierbei demonstrierten Vertreter der Veranstaltungsbranche für eine sichere Wiederaufnahme des Veranstaltungsbetriebs. Wir sprachen exklusiv mit Arno Sousa (ASP Eventrealisation GmbH, http://www.asp-eventrealisation.de), einem der Aktivisten der Veranstaltung, zu den Hintergründen und möglichen Lösungen für die Veranstaltungsbranche, um aus dieser schwierigen Situation wieder herauszukommen.

Worum genau ging es bei der Aktion?

Die von der Polizei als Demonstration genehmigte Versammlung unter freiem Himmel war wortwörtlich eine Demonstration für eine sichere Wiederaufnahme des Veranstaltungsbetriebes. Unsere Kernaussage war: Wir plädieren dafür, dass man nicht zwischen Groß- und Kleinveranstaltungen unterscheidet, sondern dass nur Veranstaltungen zugelassen werden, die sicher sind und von Profis geleitet und umgesetzt werden. Es ist jetzt schon möglich mit den jetzigen Restriktionen Großveranstaltungen umzusetzen. Das haben wir anschaulich demonstriert.

Wer stand hinter der Aktion?

Der Initiator ist kein Verband, sondern eine Person mit einer kurzerhand ins Leben gerufenen Interessensgemeinschaft. Dirk Nossbach, Experte für Veranstaltungslogistik und -sicherheit aus Köln hat Kolleginnen und Kollegen aus der Branche gebeten, mit ihm ein Zeichen zu setzen. Am Ende stand da ein großes Team aus Technik, Setbau, Catering, Hands Supplier, Soloselbständige wie Kameraleute oder Stage Manager und jede Menge freier Projektleiter. Die meisten aus Köln und NRW.

Welches Bild bot sich den Zuschauern?

Die Demonstration war eine nicht-öffentliche Presseveranstaltung. Das heisst, es waren nur Pressevertreter zugelassen. Das Bild erzeugte ambivalente Gefühle: Einerseits 400 Sitzplätze in getrennten Zweiergruppen vor einer Bühne mit Livebild. Dazu Einlass- und Akkreditierungsbereich, Hygiene- und Cateringstationen. Ein professionelles Setting auf dem Roncalliplatz, direkt vor dem Dom. Das war schon beeindruckend. Anderseits fehlte da etwas: die Menschen.

Wie war die Reaktion?

Die Stadt Köln hatte schon im Vorfeld im Rahmen der Möglichkeiten Steine aus dem Weg geräumt. Über die Presse und Social Media sind viele auf die Aktion aufmerksam geworden. Aus unserer Branche haben Hunderte den Livestream verfolgt, die Aktion geteilt und uns Lob zugesprochen. Noch wichtiger war uns aber eine lückenlose mediale Dokumentation. Wir suchen gerade nach Möglichkeiten, die gewonnenen Erkenntnisse medial weiter zu verwerten.

Welche Learnings sollten wir alle daraus ziehen?

Zum einen wissen wir: Den Abstand konsequent einzuhalten ist die schwerste Aufgabe. Wir dürfen das Publikum nicht entmündigen – die Eigenverantwortung der Besucher muss wichtiger Teil der Lösung sein und aktiv angesprochen werden. Wir liefern dazu das Safe Environment. Zum Anderen haben wir von vielen Seiten großen Zuspruch erhalten. Wir sollten jetzt die Kräfte unserer Branche bündeln und gemeinsam einfach zeigen, wie und dass es geht. Sichere Veranstaltungen sind möglich!

Danke Arno für dieses spannende und aufschlussreiche Gespräch. Wir hoffen, dass unsere gemeinsame Stimme Gehör findet und wir bald wieder in der Lage sein werden Veranstaltungen (mit den notwendigen Schutzkonzepten) durchzuführen!

Über den Gesprächspartner:

Arno Sousa (ASP Eventrealisation GmbH, http://www.asp-eventrealisation.de) plant und leitet seit mehr als 15 Jahren Veranstaltungsproduktionen aller Art für Industrie, Politik und Kultur in der gesamten Welt. Für (f)acts übernahm er die Ablaufregie bei der 100 Jahre Rauch-Jubiläumsgala 2019 in Rankweil.

Fotocredit: Christian Schwier/Shutterstock.com

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